Eine Schallplattensammlung wächst langsam, und plötzlich nimmt sie eine halbe Wand ein. Die erste Frage lautet meist: wohin damit. Die zweite ist wichtiger — beeinflusst die Art der Lagerung die Platten selbst.
Sie tut es, und zwar deutlicher als gedacht. Vinyl arbeitet über die Jahre unter dem eigenen Gewicht und reagiert auf Temperatur. Die meisten Schäden in Heimsammlungen entstehen nicht beim Abspielen, sondern dadurch, wie die Platten zwischen zwei Hörabenden stehen.
Senkrecht, immer senkrecht
Das ist die eine Regel ohne Ausnahme. Platten müssen aufrecht stehen, senkrecht zum Boden des Fachs, dicht an dicht — ohne Spiel, aber auch ohne Pressung.
Liegendes Stapeln wirkt bei wenigen Hüllen harmlos, doch der Druck summiert sich schneller als erwartet. Untere Hüllen werden vom Gewicht darüber verformt, und das Vinyl selbst nimmt mit der Zeit die Form der Unterlage an. Eine verzogene Platte ist nicht nur ein optisches Problem — die Nadel hält keinen gleichmässigen Kontakt in der Rille, und das hört man.
Schräges Stehen ist ebenso schädlich. Platten, die schief an einer Seitenwand lehnen, werfen sich langsam in dieselbe Richtung. Ist eine Reihe nicht voll, setzen Sie einen Trenner ein, damit der Rest gerade steht.
Wie schwer es wird und warum der Boden zählt
Hundert LPs in Hüllen wiegen rund 20–25 Kilogramm. Bei zweihundert entspricht das dem Gewicht eines grossen Koffers, und eine volle Regalwand kommt auf mehrere hundert Kilogramm, verteilt auf wenige Stützen.
Deshalb reicht ein gewöhnliches Bücherregal oft nicht. Ein dünner Boden mit grosser Spannweite hängt unter Last durch, auch wenn man es nicht sieht. Der Effekt ist leise: Platten in der Mitte neigen sich nach innen, und ihre Hüllen verformen sich mit dem Boden.
Praktisch gilt: je kürzer die Spannweite zwischen den Stützen und je stärker der Boden, desto sicherer. Massivholz ist hier im Vorteil gegenüber Plattenwerkstoff — steifer bei gleicher Stärke und ohne bleibende Verformung unter Dauerlast.
Wie viel Platz einplanen
Als grobe Orientierung fassen zehn Zentimeter Regalbreite etwa zwanzig LPs. Klappcover, Doppelalben und Box-Sets brauchen deutlich mehr — rechnen Sie rund ein Fünftel Zuschlag ein, wenn Sie viele davon haben.
Statt Hüllen zu zählen, messen Sie die Sammlung: Platten aufrecht und dicht stellen, dann die Reihe mit dem Bandmass abmessen. Und planen Sie für die Sammlung in drei Jahren. Unsere Schallplattenschränke entstehen nach Mass, sodass sich die Fächer nach der Sammlung richten und nicht umgekehrt.
Bedingungen im Raum
Vinyl mag keine Extreme. Normale Raumtemperatur und massvolle Luftfeuchtigkeit sind der sichere Bereich — also die Bedingungen, in denen Sie ohnehin wohnen. Problematisch wird es, wo die Werte schwanken.
Schlechte Orte sind die Wand neben der Heizung, Dachboden, Garage oder Keller. Hitze macht Vinyl weich, Feuchtigkeit ruiniert Hüllen — Papier zieht Wasser, schimmelt und klebt an der Platte. Direkte Sonne ist ein eigenes Problem: Sie erwärmt die Scheibe punktuell und bleicht die Cover aus.
Steht die Sammlung im Wohnzimmer, genügt gesunder Menschenverstand — weg von der Heizung und nicht gegenüber einem grossen Südfenster.
Innenhüllen und Ordnung
Originale Papierinnenhüllen sind oft rau und hinterlassen beim Herausziehen feine Kratzer. Der Tausch gegen antistatische Hüllen ist das Günstigste, was Sie für eine Sammlung tun können.
Schieben Sie die Platte in die Innenhülle und diese mit der Öffnung nach oben ins Cover, damit nichts herausrutscht, wenn Sie zum nächsten Album greifen. Die Sortierung ist Geschmackssache — wichtiger ist, eine Platte mit einer Hand herausziehen zu können, ohne die ganze Reihe zu verschieben.
Kurz gefasst
Das meiste läuft auf drei Dinge hinaus: Platten stehen senkrecht, der Boden hängt nicht durch, und der Raum schwankt nicht in Temperatur und Feuchte. Der Rest ist Komfort.
Wenn Sie ein Möbel suchen, das all das trägt, sehen Sie sich unsere Schallplattenschränke aus Massivholz Eiche an — senkrechte Fächer im LP-Format und eine Deckplatte, die einen Plattenspieler sicher trägt.